Aus dem Digitalen-Nomaden-Alltag: Warum das Zeichen auf das du wartest niemals kommen wird

Gestern war ich auf dem Festland in Kambodscha, hatte einen wichtigen Termin und habe darauf gewartet, dass endlich der Strom wiederkommt. Kurz dachte ich, dass es ein Zeichen wäre, dass ich den digitalen Termin einfach nicht wahrnehmen soll, weil ich noch nicht bereit dafür bin. Dann hat mein Kopf sich geschüttelt und mich für wahnsinnig erklärt und mich gefragt, wann ich eigentlich angefangen habe an Zeichen zu glauben und warum?

Warum der Strom nicht Schuld ist

Und damit fing dann alles an. Ich finde mich in einem Gewusel an Gedanken, mitten in meinem Kopf, in einem kleinen Örtchen in Asien, im Süden Kambodschas wieder. Der Strom fällt hier in letzter Zeit ein bisschen zu häufig aus und ist auch daran beteiligt, meinen Kopf zu durch wüsten. Denn als digitale Nomadin bin ich nun einmal sehr, sehr, sehr auf das Internet angewiesen. Und das funktioniert auch hier drüben in Kambodscha eben nur mit Strom. Und selbst wenn es über meine Sim Karte läuft, dann braucht mein Laptop Strom zum Leben. Ungünstige Situation.

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Vom Wahnsinn zum Unsinn

Mein Laptop fängt an mir gestresste Warnsignale zu geben. 14% Batterie, bitte aufladen. Würde ich ja, wenn ich könnte, denke ich mir. Und dann fing die Spirale auch schon an. Ist es richtig, dass ich hier in Kambodscha bin, wenn mir die Umstände das Geld verdienen manchmal so schwer machen? Ist es richtig, dass ich digital arbeite, obwohl die digitale Infrastruktur hier nicht die beste ist? Ist das einfach eine Challenge, um mir meiner Privilegien bewusst zu werden?

Unsinn! Nichts von alledem ist es. Denn ich verrate dir jetzt, was ich nach reiflicher Überlegung und Abwägung herausgefunden habe. Was da los war mit dem Strom. Und wofür das Zeichen stand. Ganz einfach: Der Strom ist ausgefallen. Taddaaaa! Ende. Keine Zeichen. Keine Übersinnlichen Kräfte. Einfach ein klarer Fakt: Nämlich, dass das Stromnetz scheiße ist.

 

Zeichen helfen uns zu entscheiden

Und natürlich liegt es für uns oft echt nahe, zu interpretieren. Und weißt du, was das Spannende daran ist? Wenn wir anfangen zu interpretieren, dann können wir uns super einfach mal dabei beobachten. Während wir anfangen Zeichen zu sehen, verrät uns unser Unterbewusstsein nämlich ganz heimlich, was es eigentlich denkt.

Der Strom fällt aus, weil ich den Termin nicht wahrnehmen soll? Das ist ein Zeichen? Warum versuche ich mir das als Zeichen einzureden? Hatte da vielleicht jemand kleine Unsicherheiten wegen des Termins oder gar Angst, dass der Termin schiefgehen würde? Wollte sich da jemand vor dem Termin drücken?  

Zeichen, die du in allem und jeder möglichen Situation erkennen kannst, werden nämlich nicht von außen an dich herangetragen. Zeichen siehst du nur, weil dein Unterbewusstsein, dir etwas sagen möchte.

DU bist das Zeichen

Du kannst also ewig auf Zeichen warten oder einfach mal in dich hinein hören, wo deine Ängste liegen, was dir Unbehagen bereitet. Oder vielleicht hast du auch richtig Bock auf etwas, von dem du weißt, dass es vielleicht nicht richtig oder klug ist. Dann wartest du schön artig auf ein Zeichen, welches deine nächste unkluge Handlung legitimiert. Und wenn deine Handlung dann böse Folgen hat, dann kannst du es wenigstens auf das Zeichen schieben...war schließlich nicht dein Fehler!