Es stellt sich vor: Dr. Sonia Jäger

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Vor gut 3 Jahren bin ich auf Weltreise gegangen und nie mehr zurück gekommen. So oder so ähnlich fing mein Weg zur digitalen Nomadin und Online-Psychologin tatsächlich an. Wobei ich durchaus wieder zurück gekommen bin, aber eben nur zu Besuch, für ein paar Wochen, jeden Sommer. Ich reise viel, bleibe an manchen Orten nur wenige Tage, an anderen auch mal 2-3 Monate. Ich arbeite insgesamt weniger als früher und genieße das Leben sehr viel mehr. Diesen Text schreibe ich übrigens gerade im Zug, auf dem Weg von Frankreich nach Deutschland, wo ich ein Wochenende bei Freunden verbringen werde, bevor ich dann wieder nach Paris und dann an den Atlantik zurück kehre, meinem diesjährigem Winterquartier. Nach mehreren Wintern im Warmen, war es mal wieder Zeit für einen europäischen Winter.

ICH GEHÖRE ZU DEN DIGITALEN NOMADEN, DIE IM GRUNDE NACH WIE VOR DENSELBEN JOB AUSÜBEN WIE VORHER, NUR EBEN ONLINE.

Ich hatte eine gut laufende Karriere in Deutschland, hatte nach meinem Psychologiestudium und neben meiner Arbeit in verschiedenen Kliniken die 5-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin absolviert und war gerade dabei meine Doktorarbeit abzuschließen. Mein Plan war eigentlich klar: Nach Abschluss der Doktorarbeit wollte ich eine Praxis für Psychotherapie eröffnen. Ich mochte mein Leben und meine Arbeit, hatte eine tolle Wohnung, gute Freunde, Hobbies und freute mich darauf, nach einigen Jahren in der Forschung wieder intensiver mit Patienten zu arbeiten und mein eigener Chef zu sein. Aber bevor ich die Praxis eröffnete wollte ich mir eine Auszeit gönnen, 10 Monate die Welt erkunden. Ich hatte genug Geld gespart und wenn nicht jetzt, wann dann? Hat man erstmal eine Praxis, dann wird es schwierig länger Urlaub zu machen, psychische Probleme nehmen eher wenig Rücksicht auf die Urlaubswünsche der Therapeuten.

Vor 3 Jahren bin ich also auf Weltreise gegangen. Ich habe mit einer Freundin einen Roadtrip durch den Osten der USA und Kanada gemacht, war mit einer anderen Freundin einen Monat in Mexiko und war dann mehrere Monate in Südostasien unterwegs. Dort kam mir dann auch zum ersten Mal die Idee mit der Online Tätigkeit. Ich hatte bis dahin ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, dass ich online arbeiten könnte, dass aus dieser Auszeit ein anderer Lebensstil werden könnte. Aber je länger ich unterwegs war und je mehr Aussteiger ich traf, die auf irgendeiner Insel eine Bar eröffnet hatten, als Tauch- oder Yogalehrer arbeiteten oder einfach nur in den Tag hinein lebten, desto häufiger kam auch in mir der Wunsch auf, länger zu reisen, weniger zu arbeiten oder anders zu leben. Ungefähr zu dem Zeitpunkt erzählte mir dann jemand, dass sie mit ihrem Psychologen per Skype spricht, weil sie recht abgeschieden lebt und auch häufig auf Reisen ist.  Für sie sei es optimal, dass sie auch unterwegs mit ihrer Therapeutin sprechen könne und die Terminfindung sei oft auch viel unkomplizierter als mit Therapeuten vor Ort.

TJA, WAS SOLL ICH SAGEN? SEIT GUT 2 JAHREN BIETE ICH NUN PSYCHOLOGISCHE BERATUNGEN PER VIDEO UND EMAIL AN.

Die meisten meiner Klienten sind Expats, die im Ausland keinen Therapeuten finden, der ihre Muttersprache spricht. Da ich selbst zweisprachig aufgewachsen bin, biete ich meine Beratungen sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch an. Mit einigen internationalen digitalen Nomaden arbeite ich auch auf Englisch. Neben Expats und Digitalen Nomaden habe ich aber auch viel Klienten, die ganz normal zu Hause leben. Dabei handelt es sich oft um Menschen, die sich nicht aus dem Haus oder zu einem Therapeuten trauen, oder denen es unangenehm wäre, wenn sie jemand auf dem Weg dorthin sehen könnte. Manche sind auch einfach beruflich und privat so eingespannt, dass eine Onlineberatung für sie viel besser passt, da die Anfahrtswege entfallen und ich z.B. auch Termine ausserhalb der üblichen Öffnungszeiten einer Praxis anbiete.

Inhaltlich ist die Arbeit online eigentlich gar nicht so anders als das, was ich in einer Praxis machen würde. Ich verwende dieselben Methoden und Übungen, nur eben online. Der Hauptunterschied ist, dass in einer Praxis mit Kassensitz, die Therapien von den Krankenkassen bezahlt werden und aufgrund der aktuellen Versorgungslage in Deutschland die Wartezeiten oft lang sind. Für Patienten sehr ärgerlich, für Therapeuten bedeutet es aber auch, dass man sich keine Sorge machen muss, dass die Praxis jemals leer sein könnte. Online ist dies natürlich etwas anders. Meine Beratungen müssen meine Klienten selber finanzieren und ich musste natürlich erst mal einiges an Zeit und Energie investieren um mit meiner Webseite und meinem Blog bei Google weit oben in den Suchergebnissen aufzutauchen. Die meisten offline Therapeuten, die ich kenne, haben nicht mal eine Webseite, geschweige denn Social Media Auftritte. D.h. aber auch, dass meine Arbeit abwechslungsreicher ist, denn neben den eigentlichen Gesprächen mit Klienten gehört eben auch das Schreiben und alles rund um Marketing und Social Media mit zu meinem Arbeitsalltag.

Meine Klienten unterscheiden sich auch ein wenig von den typischen Klienten in einer Praxis, da sie oft viel schneller zu mir kommen, da die Hürde, jemanden online zu kontaktieren doch viel niedriger ist als vor Ort einen Termin zu vereinbaren. Für viele meiner Klienten bin ich die erste Psychotherapeutin mit der sie zusammen arbeiten, oft sogar der erste Mensch, dem sie ihre Probleme anvertrauen. Ein wenig unterscheidet sich auch mein Angebot von dem einer klassischen Praxis, da es in Deutschland so ist, dass eine Psychotherapie nur offline (oder maximal teilweise online) stattfinden darf, sodass ich psychologische Beratungen anbiete und auch von Klienten und nicht Patienten spreche. Bei ausgeprägten psychischen Störungen ist eine Therapie vor Ort zu bevorzugen, für vieles andere kann auch eine Onlineberatung durchaus sinnvoll sein. Die Probleme mit denen meine Klienten zu mir kommen sind sehr vielfältig, von Ängsten über Beziehungsprobleme zu sexuellen Schwierigkeiten und depressiven Symptomen ist so ziemlich alles dabei. Allen gemeinsam ist, dass Sie alleine nicht mehr so richtig weiterkommen und sich professionelle Unterstützung auf ihrem Weg wünschen.

Wer mehr über meine Arbeit, meinen Werdegang und meine psychologischen Beratungen erfahren möchte, kann einfach mal auf meiner Webseite (www.sonia-jaeger.com) vorbeischauen. Auf meinem Blog teile ich regelmäßig Geschichten aus meiner Arbeit und meinem Leben, bei Facebook (https://www.facebook.com/drsoniajaeger/) gibt es Wissenswertes aus der Psychologie und Therapie und bei Instagram (https://www.instagram.com/drsoniajaeger/) gibt es einen Einblick in meine Reisen und meinen Alltag als Digitale Nomadin. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns ja auch an einem der vielen schönen Flecken dieser Erde mal persönlich!