Es stellt sich vor: Emanuel von Mojak

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Hi, ich bin Emanuel und bin der Gründer von Mojak, einem Hutlabel für alle Abenteurer, Gypsys und Dich, welches ich im Jahr 2016 nebenberuflich gegründet habe.

Als Kind bin ich gefühlt in unserem T1 Bulli aufgewachsen, zumindest wenn man die Osterferien, die Pfingstferien und die Sommerferien zusammenrechnet. Und ja, das war als Kind eine verdammt lange Zeit. Eine Zeit voller Freiheit und Abenteuer. Danach kam der klassische Werdegang, der sich wohl für viele von euch 1 : 1 kopieren lassen würde: Schule, Ausbildung, Studium, Job. Und irgendwann fragt man sich, wo bleibt denn das Abenteuer und die Freiheit von früher? Irgendwie ist die unterwegs vom Weg abgekommen. Und nun? Du kennst die Antwort. Ich hole mir die Freiheit Schritt für Schritt zurück. 

Wie ist die Idee für Mojak entstanden?

Der erste Gedanke kam mir während meines Studiums. Ich habe nebenbei in einem Skateshop gejobbt und hatte zwischendurch, vor allem beim Zusammenlegen von unzähligen T-Shirts, extrem viel Zeit um nachzudenken. Vor allem fand ich das angestaubte Image, welches der Hut in unserer Gesellschaft heutzutage hat, ein motivierender Ansatz hier etwas zu bewegen.

Auf dem Weg an die französische Atlantikküste im Sommer 2016 hatte ich dann den alten Filzhut meines Großvaters mit im Gepäck. Dieser erwies mir bei Dauerregen einen super guten Dienst. Eines Abends traf ich dann auf Jules (von der Band „Jules Ahoi and the Deepsea Orchestra“), der meine Faszination für Hüte ebenfalls teilte. Alles zusammen, mit dem ein oder anderen Glas Rotwein, hat dann dazu geführt, dass es heute Mojak gibt und es verdammt viel Spaß macht. Ich liebe es, etwas Neues auszuprobieren und einfach mal zu machen. Es ist somit wie ein großes berufliches Abenteuer, ohne eine fixe Reiseroute, aber dafür mit unendlich viel Freiheit und einer Vision. Dazu aber später mehr. 

„Hast Du schon mal ein Kleinkind gesehen, dass aufgegeben hat laufen zu lernen, nur weil es hingefallen ist?“ 

Dieser Satz hat mich die letzten Jahre verfolgt wie ein roter Faden. 2011 habe ich zusammen mit Freunden mein erstes kleines Streetwear-Label gegründet. Wir hatten keinen Plan von Marketing, E-Commerce und 10.000 € Schulden auf der Bank. Dafür aber einen Berg voller Klamotten die wir von unserem Kredit produziert haben. Und ich lebte in der Zeit von etwa 450€ Bafög. Das ganze haben wir durchgezogen bis der Kredit abbezahlt war. Mit diesem Projekt haben wir unterm Strich nie wirklich was verdient, aber wir hatten eine super tolle Zeit, haben viele Kontakte geknüpft und ich habe mir ein Wissen angeeignet, welches man in Geld nicht aufwiegen kann. Und ich würde es immer wieder machen und jeden ermutigen einfach mal anzufangen.

Aus den gewonnenen Erfahrungen, Niederschlägen und meinen Fehlern habe ich dann 2016 alles auf Anfang gesetzt und mit Mojak ein neues Kapitel gestartet. Ein paar Einblicke und wichtige Erfahrungen aus dieser Zeit möchte ich euch gerne mit auf den Weg geben.

Mein Kunde müsste mein Freund sein können!

Das schöne wenn man nebenberuflich gründet ist, dass man keinen Druck hat. Abgesehen von dem Stress, den man sich selber macht. Ich habe mir im zweiten Anlauf dann relativ viel Zeit genommen um mich auch mit meinen persönlichen Werten und Zielen beschäftigt. Eine zentrale Frage war dabei: Wer ist meine Zielgruppe und wen möchte ich mit meinem Produkt überhaupt ansprechen? Aus meiner Praxiserfahrung werden Zielgruppen leider oft ziemlich falsch und oberflächlich definiert. Zielgruppendefinitionen, die in etwa wie folgt aussehen sind keine Seltenheit: Männlich, 25–35 Jahre alt, sportbegeistert, Deutschland, München.

Mit einer solchen Definition erreicht man zwar potenziell viele Menschen, aber nur ein Bruchteil davon wird sich mit meinen Werten, Produkten oder Unternehmen identifizieren können. Ein schönes Zitat, das mir in dem Zusammenhang immer einfällt ist: „Bist du einer für alles, bist du nichts für niemand!“

Daher habe ich mir selbst die rhetorische Frage gestellt: Mit wem würde ich Abends gerne am Lagerfeuer sitzen, Geschichten austauschen und eine gute Zeit haben wollen? Bei einer solchen Fragestellung wird schnell deutlich, dass die oben genannten Kriterien nicht ausreichen. Das würde bedeuten ich würde ziemlich oft mit Menschen am Lagerfeuer sitzen, mit denen ich nicht auf einer Wellenlänge wäre. Daher ist die Positionierung und eine klar definierte Zielgruppe der Schlüssel zum Erfolg und der beste Weg um deinen potenziellen Wunschkunden anzuziehen. Ich hoffe das Bild mit dem Lagerfeuer verdeutlicht, wie wichtig es ist Werte, Visionen und Lebenseinstellungen bei der Zielgruppendefinition mit einzubeziehen. Und mit wem möchtest du am Lagerfeuer sitzen?

Was war die größte Herausforderung während der Gründung?

Puh, das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Herausforderungen lauern irgendwie hinter jeder Ecke. Definitiv gibt es immer wieder Tage, an denen ich mich gefragt habe, warum in aller Welt mache ich das überhaupt? Warum kann ich nicht einfach nur „einen normalen Job“ machen und glücklich sein. Aber irgendwie zieht mich die Herausforderung an. Der Punkt, der mich wohl am meisten Nerven gekostet hat war sicherlich die Entwicklung des Markennamens. Angefangen hat alles mit dem Namen „Gypsy“. Ich hatte Versandkartonagen, Labels, Logoentwicklung und alles was dazu gehört hinter mir, bis ich gemerkt habe, dass ich bei der Markenanmeldung Probleme bekommen könnte. Nach der ein oder anderen Nacht mit wenig Schlaf habe ich mich dann dazu entschlossen, den Namen nochmals zu ändern und wieder ganz von vorne anzufangen. Gleichzeitig habe ich mich dann intensiv mit dem Thema Markenrecht auseinandergesetzt (so gut es eben geht als Laie). Im zweiten Anlauf habe ich dann mehr oder weniger drei Monate damit verbracht, einen neuen Namen zu entwickeln, zu recherchieren, Markenverzeichnisse zu durchforsten und literweise Kaffee zu trinken.

Mojak ist übrigens ein Wort mit indianischem Ursprung. Genau gesagt stammt es aus der Sprache der Sioux Indianer. Einem der größten Indianerstämme im 18. Jahrhundert in Nord- und Südamerika. Mojak bedeutet umgangssprachlich übersetzt soviel wie „nie still“. Im Kontext des Reisens bedeutet es für uns: „Die Welt ist zu schön um still zu sitzen – entdecke Sie“.

Im Nachhinein kann ich jedem nur ans Herz legen, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen und sich ggf. juristische Hilfe zu holen. Wenn du gerade dabei bist, dir Gedanken über deinen Namen zu machen, dann habe ich hier ein paar Tipps und Tricks für dich zusammen gefasst.

Bei der Entwicklung deines Namens solltest Du Dir ein paar Fragen stellen!

- Ist mein Markenname einzigartig und individuell?
- Ist mein Markenname kurz und prägnant?
- Kann man sich meinen Markennamen merken?
- Besteht die Gefahr, dass mein Markenname falsch geschrieben werden kann? (Buchstabendreher etc. ) 

Gibt es bereits gleiche oder ähnliche Marken auf dem Markt?

- www.markenchk.de (Schnellcheck)
- www.dpma.de (Detailrecherche DE)
- euipo.europa.eu  (Detailrecherche EU)
- Sind Domains & Social Media Profile für meinen Markennamen noch frei?


Wenn du nach intensivem Brainstorming eine Vielzahl von Namens-Ideen hast, kannst du dir die oben stehenden Fragen zur Hand nehmen und wirst feststellen, dass am Ende nur noch eine geringe Auswahl übrig bleibt. So kommst du Schritt für Schritt dem Ziel ein Stückchen näher.

Ziele nach dem Mond selbst. Wenn du ihn nicht erreichst, wirst du zwischen den Sternen landen

Ich arbeite gerade daran, dass mein Onlineshop auch zu 100 % ohne mich funktioniert. Das bedeutet vor allem das Thema Versandautomatisierung steht bei mir gerade im Fokus. Würde ich einfach ein E-Book verkaufen, wäre das ganze Thema natürlich deutlich einfacher. Bei einem physischen Produkt wie bei mir, welches dann zuerst auch noch gefertigt wird, ist das jedoch eine kleine Herausforderung.

Ich finde die Freiheit spannend, die mir diese Art von mobilem Arbeiten hoffentlich bald ermöglichen wird. Ich denke, jeder muss für sich selbst herausfinden welches Leben am besten zu seinen eigenen Wünschen und Zielen passt. Mein Ziel besteht nicht darin, das ganze Jahr unterwegs zu sein. Ich möchte mein Start-up und meine Selbständigkeit so aufbauen, dass es mir die Freiheit ermöglicht, wann immer ich Lust habe mal für 2–3 Monate unterwegs zu sein und dann wieder an meine Homebase zurückzukehren. Wo die in Zukunft genau sein wird wird sich zeigen. Ich denke irgendwo zwischen den Alpen Österreichs und dem Meer.

Das Produkt – Warum gerade Hüte? 

Puh, darüber könnte ich jetzt einen Roman schreiben. Das würde wahrscheinlich niemand interessieren daher versuche ich mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es gibt da zum einen den geschichtlichen Aspekt der mich fasziniert. Denn ein Hut ist so viel mehr, als dass er nur als reines Mode-Accessoire abgestempelt werden sollte. Der Hut war schon immer ein Zeichen der Freiheit. Im römischen Reich erhielten die Sklaven, die in die Freiheit entlassen wurden einen Hut als Symbol für ihr neues Leben. 

Auf der anderen Seite wollte ich etwas schaffen, das zeitlos, langlebig und handwerklich verarbeitet ist. Hinter Mojak steht also auch ein Konzept, welches unserer Wegwerfgesellschaft den Mittelfinger zeigt. Ich denke, die Kunst besteht nicht darin jede Woche eine neue Kollektion auf den Markt zu werfen, sondern etwas zu schaffen, an dem ich über Jahre Spaß und Freude habe. Darüber hinaus prägte der Hut, bis Mitte des 19. Jahrhunderts, das Bild in unserer Gesellschaft. Schaut man sich Bilder oder Filme aus der alten Zeit an, sieht man überall Hüte, Hüte und nochmals Hüte. Danach verschwand der Hut still und leise aus unserer Gesellschaft und wurde immer mehr zum Symbol des „Alten Mannes“. Man könnte auch sagen, meine Mission ist es den Hut wieder gesellschaftsfähig zu machen. Damit das alte angestaubte Image des Hutes irgendwann der Vergangenheit angehört.

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Niemand braucht mein Produkt! 

Produkte sind in der Regel austauschbar. Gerade im Modebereich, in dem ich mich ja mehr oder weniger auch bewege, ist ein echter USP (Alleinstellungsmerkmal) eigentlich eher die Seltenheit. Und wenn es einen gibt, ist dieser von anderen Firmen/Marken recht schnell adaptiert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Vergleichbarkeit der Tod von Marken, Dienstleistungen und auch von Persönlichkeiten ist.

„Wir kaufen nicht was wir haben wollen, wir konsumieren was wir sein möchten.“
John Hegarty

Um dem Problem der Vergleichbarkeit zu entfliehen bleibt nur eine Strategie. Wir müssen um das Produkt herum eine Markenwelt erschaffen, autenthisch sein und uns klar und eindeutig für eine bestimmte Zielgruppe entscheiden.

Wer seine Strategie auf Rabatten aufbaut ist nur zu faul zum Denken

Ich möchte nicht sagen, dass Rabatte prinzipiell und grundsätzlich schlecht sind, jedoch kommt der Kunde oft wegen des Rabattes und ist genauso schnell auch wieder weg, wenn die Sale-Aktion vorbei ist. Daher versuche ich meine gesamten Marketingaktivitäten auf einer 0%-Rabatt-Strategie aufzubauen. Am Black-Friday 2017 habe ich deshalb eine kleine 0%-Rabatt-Kampagne auf Instagram und Facebook geschaltet und habe in meiner kleinen Community sehr positives Feedback dafür bekommen.

Rabatte führen vor allem dazu einer Marke zu schaden und die Wertigkeit eines Produktes oder einer Dienstleistung herabzusetzen. Am Beispiel des Baumarktes Praktiker konnte man sehr gut sehen, wie eine 20 %-Rabattstrategie zum Untergang geführt hat. Im Grunde geht es ja vor allem darum, dass wir loyale Kunden gewinnen und diese erreicht man eben nicht über den Preis, sondern über einen Mehrwert, den man dem Kunden bietet. In meinem Fall möchte ich ein Erlebnis schaffen. Angefangen von hochwertigen Versandkartonagen, einem handgeschriebenen Brief und in Zukunft auch vermehrt über meinen eigenen Blog mit den drei Schwerpunkten, Hutwissen, Roadtrip-Tipps und Informationen rund um das Thema Plastik und Meeresverschmutzung.

Mein Tipp: Leidenschaft schlägt Kapital

Ich kann nur für mich sprechen, aber nur wenn ich etwas mache, hinter dem ich zu 100 % stehe und eine Leidenschaft entwickeln kann, habe ich die Motivation auch in schwierigen Zeiten oder bei Niederschlägen weiter zu machen. Wäre die Motivation lediglich monetärer Art, hätte ich wohl schon ziemlich oft aufgegeben.

In diesem Sinne – die Reise bleibt spannend!
Cheers Emanuel 

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