Love, Emotions & digitales Business - Denkst du wirklich, du kannst durch Unverbindlichkeit Sicherheit schaffen?

Was beschäftigt uns in unserem Leben am meisten? Definitiv die Liebe zu Menschen, die einen festen Platz in unserem Herzen haben. Natürlich auch Liebesbeziehungen. Zu anderen Menschen, zu uns selbst. Zum Business, dem Job und Projekten. Aber am liebsten natürlich unverbindlich und mit Sahne.

Beäugen, nachhaken, wegrennen

Ist es nicht immer so: Alles was wir anfangen beäugen wir erst einmal ganz, ganz genau. Checken erst einmal ab, welche Haken es gibt, wie tief wir hinterher wirklich da drin stecken und vor allem ziehen wir schon von Beginn an einen Exit Plan in Erwägung. Aber am besten ist es natürlich, wenn einfach alles unverbindlich bleibt. Denn wenn etwas unverbindlich ist, dann haben wir auch weniger Verantwortung und wenn wir weniger Verantwortung tragen, dann fühlen wir uns sicherer. Denn am Ende sind wir dann nicht Schuld, wenn etwas schief geht, sondern diejenigen mit der Verantwortung. Und das sind dann ja nicht wir, weil wir uns ja zum Glück darum gekümmert haben, dass für uns alles unverbindlich bleibt.

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Unverbindliche Dates? Lieben wir!

Du gehst in eine Bar, hast ein Date. Natürlich ein ganz unverbindliches. Erst einmal in Ruhe beschnuppern. Heißt ja nicht, dass es noch ein zweites Date geben muss. Alles kann, nichts muss. Das ist doch das wundervolle an unserer Generation, dass wir alles dürfen, können und nichts müssen. Das erzählen wir uns jedenfalls jeden Tag mindestens drei Mal. Das gibt uns ein gutes Gefühl und macht es uns leichter uns selber zu feiern. Für unsere Freiheit, die uns ja so wichtig ist. Es ist nur ein Date, warum brauchen wir vorher schon die Sicherheit, dass es unverbindlich ist. Warum können wir nicht dazu stehen und sagen: Ja, ich finde dich gut und werde versprechen nicht wegzurennen nach unserem Date?

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Volle Kraft zurück

Ich habe eine grandiose Idee, ein neues Projekt, das wahrscheinlich das Projekt meines Lebens werden kann. Ich setze mich an meinen Computer. Wochenlang investiere ich jede freie Minute in dieses Projekt, ich bastel, streite mit Wordpress, bearbeite Fotos, erschaffe Texte und dann. Ist es fertig. Und dann gehen die Verbindlichkeiten los.

Aber nein, nicht für mich. Denn würde ich weiterhin an meiner neuen Idee arbeiten, dann müsste ich dafür ja zusätzliche Verantwortung übernehmen. Also mache ich alles startklar und höre dann auf mich darum zu kümmern.

Warum? Weil ich unsicher bin, wie und ob das alles funktionieren kann? Und wenn ich es einfach unverbindlich, einfach nur da sein lasse, dann ist es sicher. Nichts kann mich dann verletzen, nur weil die neue Idee nicht wie eine Bombe einschlägt. Ich bleibe da lieber unverbindlich. Aber schafft das irgendwelche Sicherheiten? Nein! Es schafft noch mehr Unsicherheiten, denn ich werde nie, niemals herausfinden, was aus dieser Idee wirklich werden kann. Und warum? Weil ich mir Sorgen mache, Angst habe und mich nicht traue mutig zu sein.

Lass uns doch “einfach” großartige Dinge erschaffen

Und weißt du, was passiert, wenn ich mich bereit mache, verbindlich zu den Dingen zu stehen, die ich erschaffe, die ich fühle, für die ich losgehe? Ich fühle mich ausgeglichen, bin stolz auf mich und erschaffe allein oder gemeinsam mit anderen unglaublich starke Dinge. Wie zum Beispiel die Nomadweek.

Das sind Gedanken, die wohl in jedem von uns mal aufkommen. Und das ist auch okay so, das ist gut so. Ich sage: Lass uns diese Gedanken an die Hand nehmen, geben wir Ihnen Sicherheit, nehmen wir sie in den Arm und zeigen Ihnen, wie schön Verbindlichkeiten sein können. Unverbindlichkeiten geben uns ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit. Wir glauben frei zu sein, weil wir uns alles offen halten. Wir glauben sicher zu sein, weil wir nichts riskieren müssen. Wir glauben, dass Unverbindlichkeit etwas gutes ist. Und das ist falsch.

Es ist schlicht und ergreifend falsch. Und einfach in unserem Kopf, weil die Angst und die Unsicherheit uns immer wieder und wieder erzählen, dass Unverbindlichkeit richtig und wertvoll sei. Aber beide lügen. Sie lügen uns einfach ins Gesicht. Ganz direkt und unverhohlen.

Wie du mir, so ich dir?

Drehen wir das ganze doch einmal um. Wie fühlen wir uns, wenn unser Date sich auf dem Absatz umdreht, nie mehr von sich hören lässt, weil es ja nur ein unverbindliches Date war? Wie fühlen wir uns, wenn wir auf der Suche nach einer Business Kooperation die Antwort bekommen: Klingt gut, vielleicht können wir irgendwann mal was zusammen auf die Beine stellen? Wie fühlst du dich, wenn deine beste Freundin, dein bester Kumpel dir eine Nachricht schickt und vorschlägt, bald mal wieder zusammen ein Bier zu trinken und du dann wochenlang nichts von ihm hörst?

Ich vermute: Unverbindlichkeiten sind was für Menschen, die keine Lust haben mutig zu sein. Unverbindlichkeiten sind etwas für Menschen, die nicht ausreichend Wertschätzung in die Welt hinaustragen. Ich sage: Hör auf mit Unverbindlichkeiten und stehe zu dem was du möchtest, ganz egal, wie die Antwort von anderen darauf lauten wird.

Lass uns losgehen für mehr Verbindlichkeiten. Denn, ernsthaft, wie soll uns denn irgendjemand ernst nehmen, wenn wir es selber nicht tun?

PS: Gerne möchten wir mit dir verbindlich auf der Nomadweek durchstarten.