New Work - Wenig Arbeit, viel Geld?

Was ist eigentlich dieses New Work von dem alle sprechen? Neue Arbeit bedeutet es übersetzt, aber ist die Arbeit wirklich neu? Oder haben wir Menschen plötzlich einfach nur entschieden, dass wir einen neuen Begriff brauchen? So wie mit den Influencern, die früher einmal als Blogger bezeichnet wurden? New Work klingt für mich super, aber ist es wirklich so etwas positives, wie das Wort uns suggeriert?

New Work. So wie ich das sehe ist es vieles, aber eigentlich gar nicht so neu. Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt die Begrifflichkeit New Work ein Phänomen, das sich deutlich von der Old work abhebt. Old work ist dann wohl das typische Arbeitsleben, welches so viele Menschen auf dieser Welt tagtäglich leben. Morgens früh aufstehen, dann ab ins Büro und den Job ausüben, für den wir unsere Ausbildung, unser Studium absolviert haben. Von 9 Uhr am Morgen bis um 17 Uhr am Nachmittag, das sind die Old Work - Arbeitszeiten. Ist dann alles, was sich nicht an diese Zeiten hält New Work? Nein. New Work scheint noch viel mehr zu betreffen als nur die Arbeitszeiten.

Ist New work flexibler?

Dieses „ich gehe jeden Morgen ins Büro“ scheint es bei New Work nicht zu geben. Oder ist es einfach nur flexibler? Natürlich brauchst du für deine New Work auch einen Arbeitsplatz, aber der darf eben auch ruhig variieren. Es scheint keine Pflicht mehr zu sein immer und täglich den gleichen Arbeitsplatz zu haben. Es könnte heute ein Cafe sein, morgen ein Co-Working Space und am Tag danach dein eigener Küchentisch.

Denn am Ende scheint es bei der neuen Arbeit auch nicht so sehr darum zu gehen wo du arbeitest. New Work können wir also jetzt schon einmal weiter definieren, dass klar ist, dass du entscheiden kannst wo du deine Arbeit verrichtest. Vielleicht nicht immer, aber immer öfter.

Du musst auch nicht um 9 Uhr im Büro sein. Ganz im Gegenteil, du kannst auch gerne schon um 7 Uhr morgens mit der Arbeit anfangen. Ob du dann zwangsläufig auch schon um 15 Uhr Feierabend machst? Das möchte ich dir an dieser Stelle nicht versprechen. New Work bedeutet nicht unbedingt, dass du weniger arbeitest. Aber eben auch nicht unbedingt mehr. New Work bedeutet auch, dass du dennoch effizient sein musst, um Erfolge und Ziele zu erreichen. Und das ist zugleich das wundervolle und auch der Haken am Thema New Work.

Die Idee des Arbeitsstils „New Work“ ist eine ganz grandiose: Gib dem Individuum mehr Freiheiten und steigere damit die Effizienz und auch das Lebensgefühl, die Zufriedenheit, die Selbstbestimmung und Ausgeglichenheit.

Arbeiten, wenn es fur uns gut ist!

Das Modell, das Olli, Daniel und ich für unser Leben gewählt haben, das fällt wohl knallhart in den Bereich New Work. Wir alle sind die meiste Zeit des Jahres räumlich sehr flexibel und können uns fast immer dort aufhalten wo wir wollen. Natürlich müssen wir vor Ort sein, wenn wir zum Beispiel bei einem Event als Speaker zusagen oder die Nomadweek veranstalten, aber das haben wir dann ja auch selbstbestimmt entschieden, denn es gibt keinen Jahresvertrag, der uns zwingt das zu tun. Ausserdem können wir alle drei meist dann arbeiten, wann es für uns und unser Business gut ist. Dabei sind wir alle vollkommen unterschiedlich unterwegs.

Daniel ist Vollzeit-Blogger und steckt seinen Kopf und sein Herzen am liebsten in die südamerikanischen Ecken unserer Erde. Olli hingegen mag es super gern in Hamburg und ist ein großer Fan von Co-Working Spaces. Er mag es sich zu vernetzen und findet es daher gar nicht so verkehrt eher im Halbjahres-Rhythmus zu reisen. Mit seinem Job als Freelancer und Content-Creator kein Problem. Ich für meinen Teil habe mein Arbeitsleben größtenteils meinem Privatleben angepasst. Ich habe entschieden, dass ich zeitweise auf einer kleinen Insel in Kambodscha leben möchte. Und dort bin ich nun seit fast 3 Jahren, fühle mich pudelwohl und arbeite als freiberufliche Autorin, Projektmanagerin für ein europäische Firma und natürlich an unser aller Herzensprojekt: Der Nomadweek.

New work = Vielfalt

Wir alle leben also das Prinzip New Work und unsere Beispiele zeigen super auf, dass das „New“ hier auch für „Vielfalt“ stehen kann. Es steht vor allem dafür, dass nichts eingefahren sein muss. Dass es nicht nur diese eine Möglichkeit gibt dieses Arbeitsmodell zu leben, sondern dass jeder das„new“ für sich selber definieren und möglich machen kann. Und wo ist der Haken?

Wer an der Universität studiert hat, der weiß genau, wie schnell dieses leckere Bonbon sich zu einer bösen Falle entwickeln kann. Selbstbestimmtheit ist wundervoll, aber nicht für jeden Menschen ein Geschenk. Viel Freiheit bedeutet auch viele Möglichkeiten zu haben. Entscheidungen müssen getroffen werden und es sind alle Entscheidungen, die wir so treffen, die uns und unser Leben ausmachen. Auf einmal hat alles viel mehr Gewicht. Denn es ist nicht mehr unser Arbeitgeber oder die Schule, die über unsere freien Tage bestimmen und uns erklären, das es okay ist, dass wir uns frei nehmen. Wir sind es selber, die entscheiden, wann wir frei haben dürfen und wann nicht. Das klingt erstmal mega genial. Besser geht es nicht, oder?

Keine schützende Hand mehr

Ich sage: Ja, ich könnte mir wirklich nichts besseres vorstellen, als selbstbestimmt zu leben und ich würde auf keinen Fall mehr tauschen wollen. Es ist einfach großartig. Dennoch war ich nicht so ganz auf all das vorbereitet, was da auf mich zukam. Die Höhen und Tiefen, die freien Tage, an denen ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich nicht für das arbeitete, was ich eigentlich erreichen wollte. Ich konnte es schließlich auf niemanden anderes schieben, wenn ich mit den Dingen, die ich so trieb, nicht die Ziele erreichte, die wollte. Aber ich musste auch zwischendurch mal verschnaufen, mein Leben leben, nicht nur der Arbeit folgen. Es gab keine Firma, kein Dach, keine schützende Hand. Und die gibt es heute noch nicht. Aber ich habe auch heute nicht mehr das Gefühl, dass ich das brauche oder dass das meine Arbeit besser oder effizienter, schöner oder erfolgreicher machen würde. Und schon gar nicht mein Privatleben.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Glück und Unglück, auf dem wir alle unseren eigenen Weg finden müssen. Natürlich ist das im Modell „old Work“, 9-5 und whatever genau das gleiche: Es ist eine Sache der Gewohnheit und genau wie sich das bei dir nach der Schule, der Uni oder dem freiwilligen sozialen Jahr eingependelt hat, so wird sich auch die neue Arbeitsweise für dich einpendeln. New Work, das kann in der Theorie jeder, das ist doch ganz klar!

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Das würde meine Grundschullehrerin jetzt zum Abschluss sagen, die ich übrigens nicht besonders mochte, die aber recht hatte. New Work. Das bedeutet für mich, dass alles, was zuvor das eigene Leben bestimmt hat, das „alte Leben“, die „alte Arbeit“, dass all das durch etwas „Neues“ ersetzt wird. Und das alles nennt sich dann in der Gesamtheit vielleicht sogar „New Life“.

Viele großartige Entscheidungen, viele wundervolle Veränderungen, viel Selbstbestimmung und Freiheit. New Work, ein neuer Teil deines Lebens?